NU Ideas Volume 2, Number 1

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Nagoya University Multidisciplinary Journal

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Die soziale Stellung und Rolle der Ärzte im merowingischen Gallien: Beschreibungen der Ärzte in den Schriften von Gregor von Tours

Tamami Tanaka
Research Fellow of the Japan Society
for the Promotion of Science
Nagoya University

Im frühen Mittelalter in Westeuropa erklärte der Katholizismus Krankheiten als Zeichen der Sünde, die Wut Gottes oder dämonische Taten. Die Genesung wurde als eine Begnadigung der Sünde, die von Gott gegeben wird, oder als Exorzismus, den die Heiligen als Wunder vollbrachten, betrachtet. Wegen solcher christlichen Gedanken wurden westliche Ärzte häufig in geistlichen Texten des Bischofs Gregor von Tours (538/9-594) gering geschätzt. Spiegeln diese Beschreibungen die damalige Wirklichkeit wider und achteten die Leute im Mittelalter tatsächlich die Ärzte wenig? Wie war die soziale Stellung der Ärzte und was waren ihre Rollen? In diesem Bericht werden diese Fragen beantwortet, und es wird sich zeigen, dass viele Beschreibungen kirchenpolitisch geprägt waren. Die historische Schrift Decem libri historiarum (Zehn Bücher Geschichten) des Gregors erzählt, dass die merowingischen Könige an ihren Höfen Leibärzte einstellten, und seine Hagiographie beweist ebenfalls die Existenz von Ärzten, die in Bischofsitzen einsetzten. Diese Fakten bestätigen, dass die Fähigkeit der weltlichen Ärzte im merowingischen Gallien sehr wohl gewürdigt wurde. Die Ärzte beschäftigten sich mit der Heilbehandlung, obwohl die Genesung die oben genannten geistlichen Bedeutungen hatte. Gregor beschrieb häufig hingegen in Hagiographien ihren negativen Ruf auch, denn er hatte eine Absicht, die Wunder der Heiligen zu betonen. Zu ihren Rollen gehörte, es für Kranke zu sorgen, und einige Texte erwähnen ihre Bemühungen darin. Die Ärzte wurden an den königlichen Höfen oder in den Bischofssitzen für wichtig gehalten.

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